Aufbau der Stellenanzeige

Viele Personalabteilungen sind von den Rückläufen ihrer Stellenanzeigen enttäuscht: keine, wenige oder nur die falschen Bewerbungen. Das ist kein Wunder, denn im heutigen Wettbewerb um die richtigen Talente reicht ein einfaches „Mitarbeiter gesucht!“ nicht mehr aus – egal ob auf einem Schild am Fabriktor oder in der Stellenanzeige in einer Jobbörse. Neben der richtigen Mediaplanung und Jobbörsenauswahl ist die Stellenanzeige selbst der entscheidende Faktor für die erfolgreiche Personalsuche und ist heutzutage Bestandteil des strategischen Employer-Brandings.

Eine stimmige Anzeigengliederung, ein ansprechend formulierter Text sowie ein attraktives Layout und Design sind ein unbedingtes Muss um den passenden Bewerber auf Ihre offene Stellenanzeige aufmerksam zu machen. Neben den sprachlichen und gestalterischen Aspekten, sollte beim Texten einer erfolgreichen Stellenanzeige auch auf die Rechtskonformität der Inhalte geachtet werden.

Kenntnisse des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (kurz: AGG) sind daher bei der Erstellung einer Stellenausschreibung besonders wichtig.

Die nachfolgende Checkliste hilft bei der Erstellung einer erfolgreichen Stellenanzeige:

Firmenpräsentation
Eine Firmenpräsentation ist meist direkt zu beginn der Anzeige zu finden und gibt damit den Einstieg in die eigentliche Anzeige vor. Die sowohl sprachlich als auch inhaltlich kurz und prägnant formulierte Firmenpräsentation soll das Interesse zukünftiger Mitarbeiter am potentiellen neuen Arbeitgeber wecken.

Folgende Inhalte sollte eine gelungene Firmenpräsentation beinhalten:

  • Infos zum Unternehmen (z. B. Firmensitz, Kerngeschäft, Produkte, Dienstleistungen, Kunden)
  • Positionierung des Unternehmens in der Branche
  • Motto und/ oder Philosophie des Unternehmens
  • Interesse des Bewerbers am Unternehmen sollte geweckt werden

Stellentitel
Die Auffindbarkeit einer Stellenanzeige in den Trefferlisten der Jobbörsen wird mit ca. 50 Prozent allein durch den Stellentitel bestimmt. Ein aussagekräftiger Stellentitel ist damit der wichtigste Bestandteil einer Stellenanzeige, denn dieser weckt das Interesse der Bewerber zuerst. Auf eine korrekte Formulierung bezüglich der Konformität mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz sollte unbedingt geachtet werden.

Ein Stellentitel sollte grundsätzlich über folgende Dinge Auskunft geben:

  • Position und Tätigkeit
  • Branche
  • Den Ausbildungshintergrund der gewünschten Bewerber
  • Einsatzort und Anstellungsart

Aufgabenprofil
Das Aufgabenprofil gibt dem Bewerber einen Einblick in den zukünftigen Aufgabenbereich. Die Tätigkeitsschwerpunkte sollten dabei in maximal fünf bis sieben prägnanten Stichpunkten zusammengefasst werden.

  • Aufgaben und Tätigkeiten, die vom Bewerber auszuführen sind
  • Verantwortungsbereich des Bewerbers
  • Einordnung der Position in das Organigramm und Umfeld des Unternehmens
  • Reisetätigkeiten/ Montage
  • Die Bewerber sollten möglichst direkt angesprochen werden!

Anforderungsprofil/ Qualifikation
Das Qualifikations- oder Anforderungsprofil soll dem Bewerber Auskunft darüber geben, ob er die Anforderungen
des Unternehmens erfüllt und somit für die Position geeignet ist. Die Anforderungen sollten prägnant
formuliert sein und den Bewerber nicht abschrecken. Es sollte auf eine ausgewogene Mischung aus Fachkompetenz,
sozialer Kompetenz, persönlicher Kompetenz sowie Methodenkompetenz geachtet werden:

  • Ausbildung/ Berufserfahrung
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Auslandserfahrung
  • EDV-Kenntnisse
  • Reisebereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Arbeitsweise
  • Persönliches Engagement

Leistungen des Unternehmens
Eine erfolgreiche Stellenanzeige sollte mit den Angeboten und Leistungen des Unternehmens abschließen und dem Bewerber darüber Aufschluss geben, was ihm durch das Unternehmen geboten wird. Gute Arbeitgeber gewinnen gute Mitarbeiter: Die Vorteile durch eine Mitarbeit bei dem jeweiligen Unternehmen sollten dem potentiellen Arbeitnehmer aufgezeigt werden. Eine konkrete Beschreibung der Leistungen ist dabei besonders wichtig, damit sich der Bewerber ein gutes Bild von dem möglichen Arbeitgeber und der neuen beruflichen Chance machen kann.

Querdenken bricht den Markt auf – schon mit kleinen Dingen kann man sich als Arbeitgeber von der Konkurrenz abheben, z. B. wenn die Arbeitszeiten den Öffnungszeiten der KiTa angepasst werden. Die Bedürfnisse der potentiellen Bewerber unterscheiden sich grundlegend, daher ist eine vorausgehende Analyse der Zielgruppe die Grundlage der HR-Kommunikation. Da dieser Teil der Stellenbeschreibung den Bewerber zur Bewerbung auffordern soll, steht er meist am Ende. Um den Bewerber zu motivieren, sich auf die Stellenanzeige zu bewerben, sollte der Abschluss der Stellenanzeige folgende Informationen beinhalten:[/text-align]

  • Vergütung
  • Weitere Leistungen wie z. B. Boni-Zahlungen, Firmenwagen
  • Sozialleistungen (z. B. Urlaubsgeld)
  • Arbeitszeitmodell
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Aufstiegschancen
  • Weitere Besonderheiten, die den Bewerber überzeugen und vom Unternehmen begeistern

Kontaktdaten des Unternehmens
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Anzeige die vollständigen Kontaktdaten des Unternehmens und der Personalabteilung enthält. So wird gewährleistet, dass eventuelle offene Fragen vorab geklärt werden können und die Bewerbungen auf jedem Weg das Unternehmen erreichen.

– Adresse für postalische Bewerbungen
– E-Mail-Adresse für Online-Bewerbungen
– Website
– Ggf. ein Link zum Bewerbermanagementsystem
– Telefonnummer und Ansprechpartner für Rückfragen

Weitere Tipps für die Erstellung einer Stellenanzeige:
– Stellenanzeigen müssen so neutral wie möglich gehalten werden und dem Ziel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes
entsprechen. Nach AGG § 1 darf niemand aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, des Alter,
der sexuellen Identität oder einer Behinderung benachteiligt werden.
– Im Anzeigentext sollten möglichst ähnliche Schlüsselwörter (keywords) verwendet werden, um die Auffindbarkeit in der
Freitextsuche einer Stellenbörse zu erhöhen.
– Die Inhalte der Anzeige sollten immer positiv und überzeugend formuliert werden.
– Bewerber sollten durch Testimonials (Mitarbeiterzitate), Fotos, Filme oder ehrlichen Text überzeugt werden.
– Die Stellenanzeige sollte Auskunft über eine Bewerbungsfrist geben, um den potentiellen Bewerbern einen ungefähren
Zeitrahmen des Bewerbungsprozesses zu nennen.

Neben der inhaltlichen Gestaltung ist das Layout und Design einer Stellenanzeige ausschlaggebend für den Erfolg der Anzeige.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Stellenanzeige der Corporate Identity des Unternehmens entspricht und
den Gestaltungsvorgaben des Corporate Designs entspricht und so das Firmenimage widerspiegelt. Nur so kann übergreifend ein
schlüssiger Gesamtauftritt des Unternehmens gewährleistet werden. Inhalte und Gestaltung der Anzeige gehören dabei unmittelbar
zusammen und ergänzen sich, um Interesse zu wecken und direkte Botschaften überzeugend an den Empfänger zu richten.

Hinweise für ein geeignetes Layout einer Stellenanzeige:
– Es gilt die AIDA-Formel: Aufmerksamkeit erregen (A für Attention), Interesse erzeugen (I für Interest),
den konkreten Wunsch wecken (D für Desire) und zum Handeln auffordern (A für Action)
– Korrekte Verwendung von Firmenlogo, Hausschrift und -farbe
– Auflösung und Qualität sollte auf das Medium abgestimmt sein
– Optisch ansprechende Typografie, um die Lesbarkeit der Anzeige zu gewährleisten
– Aussagekräftige Bilder/ Fotos
– Optimierung der Stellenanzeige auf die möglichen Endgeräte der User

Bei der Erstellung und Schaltung einer Stellenanzeige sollte immer daran gedacht werden, dass die Wortwahl und die Medien
auf die jeweilige Zielgruppe für die Stellenanzeige abgestimmt sein sollte. In Kombination entscheiden Layout, Wortwahl
und Inhalt der Stellenanzeige darüber, ob sich Interessenten auf eine Stellenanzeige bewerben.

Mit Hilfe der o. g. Hinweise können Stellenanzeigen besser erstellt werden. Denn handwerklich gut gemachte Stellenanzeigen
wecken das Interesse von Bewerbern und tragen somit dazu bei, dass offene Stellen schneller und nachhaltig durch
qualifizierte Bewerber besetzt werden.