Recruiting via Social Media ist heutzutage aus dem Personalmarketing nicht mehr wegzudenken, besonders wenn es um die Ansprache von jungen Leuten geht. Ein neuer Trend in diesem Bereich ist das Recruiting über die Video- und Social-Media-Plattform TikTok. Der globale Hype macht die App zur ernstzunehmenden Konkurrenz unter den Social-Media-Plattformen.

Die Micro-Entertainment-Plattform TikTok bietet Unterhaltung für die junge Zielgruppe

TikTok ist eine mobile Social Media App, die vom chinesischen Internet-Technologieunternehmen ByteDance Ende 2016 entwickelt wurde. Auf dieser Plattform können User*innen kurze Videoclips (15–60 Sek.) mit Filtern und Effekten hochladen, Hashtags hinzufügen (für das Recruiting interessant z. B. #lovemyjob) und mit anderen teilen. Die Reichweitenstärke ist enorm: Weltweit verzeichnet TikTok ca. 800 Millionen Nutzer*innen und über 1 Milliarde Videoaufrufe jeden Tag.

Besonders interessant für Personaler wird TikTok im Bereich Azubi-, Studenten- und Young-Professional-Recruiting. Denn hier erreichen Unternehmen vor allem das junge, dynamische und aktive Publikum. Also interaktionsfreudige Schüler*innen, Jugendliche, Student*innen der Generation Y, Z und Alpha im Alter zw. 14 und 24 Jahren. Wenn Ihr Unternehmen Ausbildungsplätze, Werkstudent*innenjobs oder Praktikant*innenplätze zu vergeben haben, sollten Sie sich fragen, ob TikTok für Ihr Recruiting relevant wäre.

Social-Media- und Video-Recruiting: TikTok-Personalmarketing und seine Einbindung in den Recruiting-Prozess

Unternehmen wie Lidl, Otto und das Klinikum Dortmund haben es bereits erfolgreich vorgemacht – TikTok ist ein interessantes Medium, um mit unterhaltsamen Videoclips junge Nachwuchskräfte zu erreichen sowie die eigene Brand Awareness und das Employer Branding zu stärken.

Werbung via TikTok: Wenn es das Budget hergibt, können Unternehmen TikTok als Werbemedium nutzen und mit Brand-Takeover-Anzeigen, die in Form eines Werbebanners eingeblendet werden, für sich werben. Die Kandidat*innenansprache via Videoclip ist hingegen mit keinen direkten Kosten verbunden.

Optimale Aufmerksamkeit: Dadurch, dass TikTok nur über Ton funktioniert, erweckt die App natürlich ein viel stärkeres Interesse als andere Social-Media-Kanäle. Hinzu kommt, dass jeweils nur ein Inhalt auf dem Bildschirm zu sehen ist (im Gegensatz zu Facebook und Instagram).

TikTok funktioniert vor allem über mobile Endgeräte, der Großteil der Inhalte wird über Smartphones geteilt, und ist damit ideal für die Recruiting-Strategie des Mobile Recruiting.

Tipps im Umgang mit TikTok

  1. Befassen Sie sich intensiv mit TikTok. Welche Channels und Hashtags sind branchenrelevant, prüfen Sie Ihre Konkurrenz und verifizieren Sie Ihre Zielgruppe. Testen Sie die Funktionen von TikTok gründlich und entscheiden, ob es für Ihr Unternehmen / Ihr Recruiting die richtige Plattform ist.
  2. Präsenz zeigen: Spielen Sie kreativen Content ein und laden Sie unterhaltsame Videos hoch, um die junge Zielgruppe zu erreichen, z. B.
    • Mit Hashtags-Challenges auf freie Stellen hinweisen
    • Direkte Aufforderung zur Bewerbung
    • Präsentation als attraktiver Arbeitgeber
    • Einblicke in den Unternehmensalltag gewähren
    • Vorstellung des zukünftigen Arbeitsplatzes
  1. Verlinken Sie Ihre Videos auf weitere Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter, Pinterest etc.) und auf Ihre Karriereseite, z. B. via Code-Icon.
  2. Bleiben Sie up to date und erkennen Sie Trends! TikTok ist kurzweilig, deshalb muss regelmäßig, am besten täglich, neuer Content geliefert werden.
  3. Beachten Sie den Datenschutz bei den Drehs und stellen Sie Videos nicht zum Download bereit. Übernehmen Sie Verantwortung für die zum großen Teil minderjährige Zielgruppe, indem Sie klare Richtlinien erstellen.
  4. Glaubwürdigkeit: Bleiben Sie vertrauenswürdig, indem Sie Ihren Unternehmensname beibehalten und posten Sie lustige Clips und unterhaltsame Videos nur, wenn es zu Ihrer Unternehmenskultur passt.

Die Vor- und Nachteile von TikTok für das Personalrecruiting auf einen Blick

Vorteile:

  1. Ansprache der jungen Zielgruppe, Azubi-, Studenten- und Young-Professional-Recruiting
  2. Employer-Branding-Strategie: Stärkung der Arbeitgebermarke durch Videopräsenz
  3. Personalbeschaffung via Mobile Recruiting
  4. Hohe Sichtbarkeit und maximale Reichweite in der Zielgruppe

Nachteile:

  1. Datensicherheit, keine Transparenz in Bezug auf Datenverwendung
  2. Risiko einer negativen Reputation aufgrund spaßhafter Videos
  3. Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit, keine In-App-Solution vorhanden
  4. Streuverluste durch die Ansprache auch vieler nicht geeigneter Kandidat*innen

 

Fazit

TikTok hat durchaus Potential, im Personalmarketing Einzug zu finden. Wer auf der Suche nach jungen Nachwuchskräften ist und seine Arbeitgebermarke festigen möchte, sollte sich intensiv mit TikTok auseinandersetzen – und dabei die o. g. Risiken nicht außer Acht lassen, da es aktuell noch keine Best Practices gibt, wie man sich als Arbeitgebermarke verhalten soll.